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Nettetal - Köln, 26.Januar 2008

„Ohne Gentechnik“ – Harte Schale, weicher Kern

Gut durch Gentechnik heißt nun „Ohne Gentechnik“

Das am 25.1.08 vom Bundestag verabschiedete Gentechnik-Gesetz, das ursprünglich eindeutige Kennzeichnungsregeln und vernünftige Vorgaben für die Landwirtschaft definieren sollte, ist eine für Befürworter wie Gegner der grünen Biotechnologie unbefriedigende Lösung. Schwammige Vorgaben, die eine Produktbezeichnung „Ohne Gentechnik“ auch dann zulassen, wenn für die Produktion Gentechnik eingesetzt worden ist, werden nicht für eine Stärkung des Verbrauchervertrauens sorgen.

Die Phytowelt sieht trotzdem eine Chance, dass ökologische Landwirtschaft und grüne Gentechnik wieder verstärkt aufeinander zugehen. „Nicht nur die Ökobauern, sondern auch die Repräsentanten der grünen Biotechnologie streben eine umweltfreundliche und nachhaltige Landwirtschaft an,“ erläutert Dr. Peter Welters, Geschäftsführer der Phytowelt GreenTechnologies GmbH. „Es gibt zahlreiche Beispiele für Produkte der Gentechnologie, die von unmittelbarem Nutzen sind. Ökologische Landwirtschaft und Gentechnologie sind kein Widerspruch!“ erklärt er weiter.

Tatsächlich ist der Beitrag der Gentechnologie zum Klima- und Umweltschutz nicht mehr zu ignorieren. Schon jetzt wird in den Ländern außerhalb Europas, die schon länger gentechnisch verbesserte Saaten anbauen, durch einen verringerten Pflugbedarf jährlich eine CO2-Menge eingespart, die dem Ausstoß von vier Millionen Autos entspricht.

Kürzlich konnte eine von der italienischen Regierung in Auftrag gegebene Studie zeigen, dass der Anbau von Bt-Mais nicht nur zu Ertragssteigerungen von 30 bis 40% führt, sondern auch gleichzeitig die Belastung der Ernte durch Pilzgifte – ein großes Problem der traditionellen und der Ökolandwirtschaft – um einen Faktor von über 100 verringert. Der von der Firma Monsanto entwickelte Bt-Mais, von dem es verschiedene Varianten gibt, entwickelt in seinen Zellen einen Abwehrstoff, der ursprünglich von einem Bakterium stammt und ihn vor dem Maiszünsler, einen verbreiteten Maisschädling schützt. Pikanterweise sollten diese Ergebnisse unterdrückt werden, weil sie nicht in das gentechnikfeindliche Konzept der italienischen Regierung passen.

Vertreter der grünen Biotechnologie und der ökologischen Landwirtschaft könnten gut zusammenarbeiten. Schon im ABIC Manifest von 2004 wird von den unterzeichnenden Wissenschaftlern ausdrücklich gefordert, dass die Methoden der Biotechnologie eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft unterstützen soll. Ziel der grünen Biotechnologie soll die Entwicklung neuer oder ergänzender Lösungen und Methoden für die Sicherung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Landwirtschaft sein. Im Manifest wird auch eine eindeutige Produktkennzeichnung verlangt, damit eine optimale Verbraucherinformation gewährleistet wird. Es ist mittlerweile von über 650 Wissenschaftlern aus aller Welt unterzeichnet worden.

Dazu noch einmal Peter Welters: „Es wird Zeit, dass Ökolandwirtschaft und Gentechnikentwickler in einen konstruktiven Dialog treten und versuchen, auf sachliche Weise die bestehenden Bedenken aus dem Weg zu räumen. Die Kennzeichnungsregelung zeigt uns den Weg. Dort wo Gentechnik einen Vorteil bringt, darf sie als „Ohne Gentechnik“ gekennzeichnet werden und im Bioladen verkauft werden. Warum sollten wir nicht gemeinsam Produkte entwickeln, die den Aufkleber „genetisch verbessert“ tragen und dem Verbraucher die Vorteile aus beiden Systemen zugänglich machen?

Weiterführende Links:
pfeil Das Manifest der ABIC 2004 (englisch, PDF, 54kB)

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