Doppelhaploiden Züchtung

Was unterscheidet die doppelhaploiden von konventionellen Züchtungsmethoden?

 

Bei der Entwicklung und Züchtung neuer und verbesserter Nutzpflanzensorten spielt die Genetik die wichtigste Rolle: Mit Hilfe von doppelhaploiden Linien können in kürzester Zeit Eigenschaften von Pflanzen genetisch fixiert werden. Damit ist im Züchtungsgang sichergestellt, dass die Erbanlagen jeder nachfolgenden Generation dieser Linien zumindest theoretisch beständig und immer gleich sind.

Somit kann der Züchter in doppelhaploiden Populationen sehr früh, sehr sicher und sehr schnell auf gewünschte Zuchtziele selektieren.
Mit Hilfe der Doppelhaploiden-Züchtung kann innerhalb einer Generation eine 100%ige Reinerbigkeit (Homozygotie) erreicht werden.
Bei der konventionellen Züchtung dauert es viele
Generationen, bis annähernd vollständige Homozygotie vorliegt.

Praktisch werden für die Erstellung von doppelhaploiden Linien in den meisten Fällen die Keimzellen der Nutzpflanzen isoliert und anschließend mittels unterschiedlichster Verfahren in vitro kultiviert. Der Chromosomensatz einer Keimzelle ist üblicherweise diploid, wobei jedes Merkmal (Allel) in zwei unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen kann. Wird der Chromosomensatz (haploid) halbiert und anschließend verdoppelt, liegt jedes Allel nur

in einer Form vor (doppel haploid).

Bei einer folgenden Vermehrung kann also nur diese eine Merkmalsform ausgeprägt werden. Auf diese Weise erhält man homozygote Linien mit entsprechend gewünschter Merkmalsausprägung.